Tipps & Tricks

Legeware-Fotografie: Mode professionell liegend fotografieren

13 Min. LesezeitVon picpoint Team
Professionelle Legeware-Aufnahme von Kleidung auf weißem Hintergrund

Legeware-Fotografie (auch „Lay-Down Photography" oder „Lay-Flat") ist eine der wichtigsten Aufnahmetechniken im Fashion-E-Commerce. Kleidungsstücke werden flach auf einem Hintergrund ausgelegt und von oben fotografiert. Das Ergebnis: klare, saubere Produktbilder, die das gesamte Kleidungsstück auf einen Blick zeigen.

Obwohl die Technik einfach klingt, steckt jahrelange Erfahrung hinter perfekten Legeware-Aufnahmen. In diesem Guide zeigen wir, worauf es ankommt – von der Vorbereitung über das Styling bis zur Nachbearbeitung.

Was ist Legeware? Definition und Abgrenzung

Legeware bezeichnet das professionelle Auslegen und Fotografieren von Kleidungsstücken in flachliegender Position – typischerweise auf weißem oder grauem Hintergrund und von direkt oben (90° Winkel) aufgenommen. Das Kleidungsstück wird dabei sorgfältig geformt, gefaltet und geglättet, um eine ideale Silhouette zu erzeugen.

Wichtig: Legeware ist nicht dasselbe wie Flatlay. Bei Flatlay lassen sich besser gerade Linien und auch etwas Volumen schaffen.

Legeware vs. Flatlay vs. Hollowman

  • Legeware: Einzelnes Kleidungsstück, flach, neutraler Hintergrund, 90°-Perspektive. Zweck: Produktlisten, Kataloge, schnelle Übersicht.
  • Flatlay: clean, etwas volumen, gerade Linien
  • Hollowman: Auf Büste, dreidimensional, Büste digital entfernt. Zweck: Hauptbilder, Passformdarstellung, Marktplatz-Listings.

Vorteile der Legeware-Fotografie

  • Zeigt das gesamte Kleidungsstück auf einen Blick – ideal für Übersichten und Kategorie-Seiten
  • Sehr effizient: kein Model, keine Büstenmontage – schnelle Produktion (100-200 Teile/Tag)
  • Perfekt für Kategorie-, Such- und Vergleichsseiten im Shop
  • Gleichmäßige Darstellung über das gesamte Sortiment
  • Gut geeignet für Print-Kataloge und Lookbooks
  • Einfache Skalierbarkeit bei großen Kollektionen
  • Niedrigere Kosten als Hollowman und Modelfotografie
  • Zeigt Schnitt und Proportionen in der Fläche – komplementär zur 3D-Hollowman-Ansicht
Legeware-Aufnahme von Kleidung auf weißem Hintergrund – professionelle Lay-Down-Fotografie
Saubere Legeware: Gleichmäßige Beleuchtung, perfekte Ausrichtung, natürliche Faltengebung.

Das perfekte Legeware-Setup

Hintergrund und Unterlage

Standard ist eine weiße, mattweiße Unterlage – entweder ein großer Aufnahmetisch, ein Papierhintergrund oder eine spezielle Acrylplatte. Die Unterlage muss perfekt plan sein, da selbst kleine Falten als unerwünschte Schatten im Bild erscheinen. Für Lifestyle-Varianten können auch Holzböden, Marmor oder farbige Hintergründe eingesetzt werden.

Beleuchtung

Für Legeware ist gleichmäßiges, weiches Licht von oben entscheidend. Professionelle Studios verwenden großflächige Softboxen oder Lichtplatten, die direkt über dem Aufnahmetisch positioniert sind. Das minimiert Schatten und sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung über das gesamte Kleidungsstück.

Kamera-Setup

Die Kamera wird direkt über dem Kleidungsstück montiert – exakt im 90°-Winkel zur Unterlage. Dafür werden spezielle Stative oder Deckenmontagen verwendet. Ein leichter Winkel würde zu perspektivischen Verzerrungen führen, die bei der Sortimentsanzeige störend auffallen.

Styling-Tipps für perfekte Legeware

Das Styling ist der schwierigste und zeitintensivste Teil der Legeware-Fotografie. Hier kommen unsere Studio-Tipps:

  1. Immer dampfen: Jedes Kleidungsstück wird vor der Aufnahme professionell gedampft, um Transportfalten zu entfernen
  2. Natürlicher Faltenwurf: Nicht zu straff ziehen – das Kleidungsstück soll natürlich wirken, nicht wie ein gebügeltes Tuch
  3. Symmetrie beachten: Ärmel und Kragen müssen exakt symmetrisch liegen
  4. Schulterbereich: Bei Jacken und Hemden die Schultern leicht über eine Unterlage drapieren, um Volumen zu erzeugen
  5. Hosenbeine: Parallel und leicht angewinkelt – nicht steif gerade, nicht chaotisch krumm
  6. Knöpfe und Reißverschlüsse: Standard ist geschlossen, bei Jacken kann ein offener Reißverschluss die Silhouette interessanter machen
  7. Etiketten: Immer einfalten oder entfernen, niemals sichtbar lassen
  8. Krümel und Fusseln: Vor jedem Shot mit Fusselroller über das Kleidungsstück gehen

Legeware nach Produktkategorie

T-Shirts und Poloshirts

Die einfachste Kategorie: Ärmel symmetrisch zur Seite, leichter Winkel. Kragen aufgestellt oder flach, je nach Typ. Saum sauber gerade. Bei Print-Motiven: Frontansicht so auslegen, dass das Motiv voll sichtbar ist.

T-Shirt Legeware 1
T-Shirt Legeware 2

Hosen und Jeans

Hosenbeine leicht versetzt für natürlichen Look. Bund oben, Saum unten. Bei Jeans: Waschung und Farbverlauf müssen sichtbar sein. Hosentaschen nicht abstehend. Reißverschluss geschlossen.

Hose Legeware 1
Hose Legeware 2
Denim Legeware 1
Denim Legeware 2

Kleider und Röcke

Erfordern besonders sorgfältige Drapierung. Der Rockteil muss natürlich fallen – nicht zu weit aufgefächert, nicht zu eng zusammengelegt. Bei Wickelkleidern: Wicklung so zeigen, wie sie getragen wird.

Kleid Legeware 1
Kleid Legeware 2

Kinderbekleidung

Besonders beliebt in Legeware-Darstellung: Kindersachen sind klein und niedlich, die flache Ansicht betont das.

Kinderkleidung Legeware 1
Kinderkleidung Legeware 2
Kinderkleidung in Legeware: Besonders beliebt und effektiv in der Flat-Lay-Darstellung.

Streetwear und Denimwear

Streetwear darf in der Legeware etwas lässiger gestylt werden: leicht zerknitterte Ärmel, aufgerollte Säume, halb offene Knöpfe. Denim-Produkte profitieren von Legeware, weil die Waschung und der Farbcharakter in der flachen Ansicht besonders gut zur Geltung kommen.

Streetwear Denim 1
Streetwear Denim 2
Streetwear Legeware 1
Streetwear Legeware 2
Streetwear-Legeware: Lässiges Styling transportiert den urbanen Charakter der Mode.

Nachbearbeitung von Legeware-Fotos

Die Nachbearbeitung von Legeware ist weniger aufwendig als bei Hollowman-Aufnahmen, da keine Büstenmontage nötig ist. Der typische Workflow:

  1. Hintergrund auf reines Weiß setzen (oder Freistellen je nach Anforderung)
  2. Farbkorrektur für akkurate Materialfarben
  3. Entfernung von Staubpartikeln und kleinen Imperfektionen
  4. Schärfen für klare Textildetails
  5. Einheitlicher Beschnitt und Ausrichtung für alle Teile des Sortiments
  6. Export in Shop-optimierten Formaten (WebP, JPEG in optimaler Kompression)

Für welche Produkte eignet sich Legeware?

  • T-Shirts, Poloshirts und Tanktops
  • Hemden und Blusen
  • Pullover und Strickwaren
  • Hosen, Jeans und Shorts
  • Kleider und Röcke (mit sorgfältigem Drapieren)
  • Jacken und leichte Mäntel
  • Sport- und Funktionsbekleidung
  • Kinder- und Baby-Kleidung (besonders beliebt)
  • Unterwäsche und Bademode
  • Schals, Tücher und textile Accessoires

Legeware bei picpoint

In unserem Studio in Düsseldorf produzieren wir Legeware-Aufnahmen im Hochdurchsatz für Fashion-Brands und Online-Shops. Unser spezialisierter Aufnahmetisch, professionelles Licht-Setup und ein eingespieltes Styling-Team sorgen für konsistente Qualität – auch bei mehreren hundert Teilen pro Auftrag. Sehen Sie Beispiele in unserem Legeware-Portfolio.

Professionelle Legeware für Ihre Kollektion

Ob 50 oder 5.000 Teile – wir liefern konsistente Legeware-Aufnahmen in Ihrer gewünschten Qualität und Ihrem Zeitplan.

Angebot anfordern
LegewareLay-DownFashionE-CommerceFlat Photography
Teilen

picpoint Team

Produktfotografie-Experten

Häufig gestellte Fragen